Dienstag, 5. Dezember 2017

"Papst Franziskus gerät unter Druck", schreibt ARD-Rom-Korrespondent Kleinjung nach diesem Interview mit Kardinal Müller

Heute um 21.45 gibt es in der Magazin-Sendung "report München" gemäß Ankün-
digung auch ein Interview mit Kardinal Müller

Darüber schreibt vorab der ARD-Romkorrespondent Tilman Kleinjung in ei-
nem ausführlichen Artikel,
der erkennen lässt, dass dies
ein unerfreuliches Interview sein wird.
Bereits anlässlich der über-
raschenden Entlassung von Kardinal Müller durch Papst Franziskus hatte Kleinjung im Vatikan ein "Erdbeben" erkannt... ---> HIER !

Kardinal Müller hat zwischenzeitlich Dutzende von Interviews gegeben,
die teils fast versöhnlich (---> HIER !) und teils auch eher vorwurfsvoll rüberkamen.  

Im heute ausgestrahlten Interview hat Kardinal Müller aber noch mal ordentlich "nachgelegt", wie Journalist Kleinjung bemerkt. Unter der Schlagzeile "Papst Franziskus gerät unter Druck" gibt Kleinjung einige der Aussagen von Kardinal Müller wieder, die deutlich machen,
wie groß die Differenzen bzw. Spannungen sind.
Doch nicht nur Kardinal Müller hat Probleme mit diesem Papst; Kleinjung schreibt wörtlich "die Stimmung im Vatikan ist schlecht", denn die Mitarbeiter seien beunruhigt angesichts der Reformen, wohingegen Papst Franziskus sich im Kirchenvolk "ungebrochener Popularität" erfreue.

Aus dem Interview schließt Kleinjung: "Der Machtkampf um die Zukunft der Kirche scheint in vollem Gange."
Man lese beim "Bayerischen Rundfunk" ---> HIER !

Kommentare:

  1. Da hat wohl jeder so seine eigene Sicht der Dinge.
    Für mich ist es alarmierend, dass es Papst Franziskus
    auch nach fünf Jahren immer noch nicht gelungen ist,
    ein gutes Verhältnis zu den Vatikan-Bediensteten aufzu-
    bauen. Unter der Hand wird gar erzählt, man habe Angst
    vor ihm. Seine Reformen sind zu unsystematisch, schlecht
    durchdacht und vor allem schlecht kommuniziert.

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  2. Was für ein Spiel spielt Kardinal Müller eigentlich?
    Ich dachte immer, Kardinäle seien zur Loyalität gegenüber
    dem amtierenden Papst verpflichtet?
    Er soll sich wegen seiner Entlassung nicht so aufregen,
    denn er hat sie selbst durch einige öffentliche Bemerkungen
    provoziert!

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    1. Dass Kdl. Müller ein undurchsichtiges Spiel spielt, kann man ihm wirklich nicht vorwerfen.
      Es gibt fast niemanden unter den Großprälaten, der durchsichtiger und transparenter kommuniziert als er.
      Gerade das finde ich an Müller sympathisch.

      Das Blöde daran ist nur, dass er sich durch seine offen kommunizierten, aber ebenso offen kindischen und den Reformabsichten Bergoglios widersprechenden Ansichten selbst bloßstellt.

      Nimm einen Satz wie:
      Es ist immer daraufhin gearbeitet worden, dass ich dem Papst im Weg stehe.
      Hä?
      Du selber hast doch darauf hingearbeitet.
      Die obstruktiven Aktivitäten Müllers vor, während und nach den Familiensynoden sind doch jedem in Erinnerung.

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  3. Ach du meine Güte!
    Tja, nun scheint das "Schisma", das schon seit Jahrzehnten auf unterer Ebene gärt, wo unter "katholisch" widersprüchliche Haltungen verstanden werden (der vielzitierte Graben), ganz, ganz oben angekommen zu sein.
    Passend zu 500 Luther. Aber mir ist im Gegensatz zu damals nicht klar, wer welche Seite vertritt.

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  4. Ausgerechnet derjenige, der "die Medien" immer als die schlimmsten Feinde Roms und der Hierarchie hinstellte, macht jetzt so einen Interviewmarathon, um die klerikalen Zombies an der Kurie gegen den reinigenden Besen aus Argentinien in Schutz zu nehmen.

    Das kann man sich wohl nur damit erklären, dass er selbst schon längst gebissen wurde und ebenfalls zum kurialen Zombieimperium gehört, obwohl er noch gar nicht so aussieht.

    Sowas findet man in Zombiefilmen ja oft.
    Ein guter Freund wird gebissen
    und verwandelt sich langsam aber sicher in ein Monster.
    Da musst du ihn erschießen, bevor es zu spät ist,
    und darfst ihn nicht aus nostalgischer Erinnerung
    an seine frühere Existenz schonen.

    Das ist vorbei.
    Die freundschaftlichen Bindungen, die ihn mal mit Lateinamerika und dort auch dem jetzigen Papst verbanden, sind allerspätestens mit den komplett kenntnisfreien Aussagen zur Stimmung in Argentinien in diesem Kleinschmid-Interview nichts mehr, was ihn irgendwie schützen könnte.

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    1. @ Zombie-Jorge:

      Ihre kirchenpolitische Deutung aufgrund der vorgelegten tiefgründigen Zombie-Theorie entspricht haargenau dem Rest, den Sie hier regelmäßig von sich geben. Erbärmlich. Und keiner näheren Erörterung wert.







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    2. Sylvia von Hinrichs5. Dezember 2017 um 15:08

      @Parochus:
      Es ist Ihr gutes Recht, "kirchenpolitisch" (was für ein grässliches Wort!) ganz anderer Meinung als Leser Jorge zu sein. Es ist aber nicht Ihr Recht, sich derart überheblich über Jorges Ansichtzen auszulassen, dass Sie es mit keinem Buchstaben für nötig halten, sich mit ihm auseinanderzusetzen, sondern ihn mit einem "Erbärmlich. Keiner näheren Erörterung wert" von oben herab abzukanzeln.

      Als Kleriker (der Sie ausweislich Ihres Nicknamens ja doch wohl sind) sind Sie ja in allem, was Sie tun, in persona Christi. Ich glaube nicht, dass Christus so mit Andersdenkenden umgegangen ist.

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    3. :-)
      Danke, ich verstehe das mal als Lob von ungeahnter Seite.
      Die Idee, die Kurienhanseln mit Zombies zu vergleichen,
      die zuweilen ganz ruhig ihrer Arbeit nachgehen,
      wenn sie der Richtige unter Kontrolle hat,
      die aber in Papst Benedikts chaotischer Ära unter der
      Kontrolle des unfähigen Zauberlehrlings Bertone außer Kontrolle gerieten und das eigene Herrchen bissen,
      und jetzt von Bergoglio zurück in die Särge gescheucht werden, bin ich selbst ganz stolz. Das ist Stoff für einen Vatikanthriller neuen Typs.

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    4. "Ich glaube nicht, dass Christus so mit Andersdenkenden umgegangen ist."

      Er hat die Andersdenkenden aufgefordert zu gehen. Schon vergessen?

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    5. Sylvia von Hinrichs5. Dezember 2017 um 23:42

      Und wo hat Christus Andersdenkende so arrogant abgekanzelt wie der Hochwürdige Herr Pfarrer den Leser Jorge? Klerikale Überheblichkeit war dem Herrn gern, im Unterschied zu seinen selbsternannten irdischen Statthaltern.

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    6. Schon mal was von der sog. Brotrede gehört? Können sie nachlesen bei Johannes.

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    7. Pax!

      Also ehrlich gesagt fand ich die Antwort des hw. Parochus gar nicht so schlimm (wenn auch nicht besonders originell). Und dass es bei der Frage nach kurialer Macht um Kirchenpolitik geht, ist doch völlig richtig und überhaupt nichts Anstößiges. Außerdem war mein Gleichnis ja wirklich etwas provokant (wenn auch recht originell, finde ich).

      Jesus und Andersdenkende ist ein Thema für sich.
      Erstens bin ich kein Andersdenkender, sondern denke wie Jesus, der auch keine Priester mochte und von ihnen verfolgt wurde.
      Zweitens hat Jesus diejenigen weggeschickt, die seine (damals häretischen) Aussagen anstößig fanden, und nicht diejenigen, die seine originellen Ideen toll fanden. Also würde da sowieso eher der Priester weggeschickt, der Bergoglianer dagegen darf natürlich bleiben. Ist doch relativ einfach aufzulösen.

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    8. Jorge sie sollten darauf achten die eigene Schleimspur nicht ins Unendliche auszudehnen.

      "Erstens bin ich kein Andersdenkender, sondern denke wie Jesus"
      Aha, was denkt Jesus denn momentan?

      "Zweitens hat Jesus diejenigen weggeschickt"
      Nun, in diesem Fall hat Jesus anders gedacht als der gute Jorge. Er hat niemanden weggeschickt. Er hat gefragt ob nicht einige gehen wollen! Kennen sie den Unterschied? Lesen sie einfach nur das was im Evangelium steht. Das würde helfen.

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  5. Kardinal Müller, der unbestreitbar einer der derzeit klügsten Köpfe in der Kirche ist, ist menschlich und strategisch irgendwie unreif gebliebben. Er hat die kolossale Gabe, es sich mit allen zu verderben. Mit den Konservativen wegen seiner klaren Kante gegen die Piusjünger und seiner klaren Option für die Befreiungstheologie, mit den Liberaleren wegen seiner konservariven sexualethischen Standpunkte, mit dem Papst wegen seiner Dauer-Logorrhoe in Interveiws.

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  6. Die "ungebrochene Popularität" kann ich nur beim kirchenfernen Teil des Kirchenvolkes beobachten.

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