Mittwoch, 6. Dezember 2017

War der hl. Nikolaus ein Türke?

Gut gemeint ist nicht immer wirklich gut. So gibt es in der Pastoral und im Internet Be-
strebungen, im Sinne eines friedlichen Miteinanders so allerlei zu behaupten, das auf wackeligen Beinen steht, wenn es nicht gar längst umgefallen ist.
Dazu gehört die vermutlich volkserzieherisch gemeinte Erklärung, der heilige Nikolaus sei schließlich auch ein Türke gewesen, und Jesus sei im Grunde genommen ein Palästi-
nenser. Und vor allem ist der heilige Nikolaus sowas wie der geistige Urvater aller Gutmenschen..!

Liebe Leute, geht bitte sanft mit solchen Behauptungen um.

Ist uns wirklich damit gedient, wenn wir die Fakten zurechtbiegen, bis
wir sie passend gemacht haben?

Man schaue z.B. ---> HIER und HIER und HIER und HIER !


Kommentare:

  1. Aus dem Artikel der jüdischen Rundschau, der ja gegen historische Vereinnahmung sein will:
    "Zum Messias und Sohn Gottes wurde er (Jesus) nach seinem Tod von seinen Anhängern gemacht. Man sollte meinen, die historische Faktenlage sei klar."
    Stellen etwa die Evangelien, in denen sich Jesus selbst als Sohn Gottes sieht und seine Auferstehung bezeugen, etwa keine historischen Quellen dar?
    Jaja, der Splitter und der Balken...

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    1. Die Evangelien sind erst frühestens 40 Jahre nach Jesu Tod entstanden, das 4. Evangelium erst 70 Jahre danach. Ob der sog. historische Jesus sich selber als Sohn Gottes verstanden hat, ist unter Theologen bis heute eine heiß diskutierte Frage. Die Evangelien sind (um einen unverdächtigen Zeugen zu zitieren, "weniger historische Berichte als vielmehr große Predigten der frühen Christen" (J. Ratzinger).
      Insofern ist die Aussage der Jüdischen Ruindschau nicht einfrach Unsinn, sondern diskutierenswert.

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    2. Natürlich stellen die Evangelien, in denen sich Jesus selbst als Sohn Gottes bezeichnet, historische Quellen dar. Historische Quellen aus der Zeit um 70-100. Paulus ist da etwas schneller (schreibt schon um 45-55). Wenn man Zeugnisse für Gottessohnschaft und Auferstehung sucht, müsste man also erstmal die Quellen richtig einordnen, über den Tellerrand der Evv. hinausschauen und die Paulusbriefe als früheste authentische Zeugnisse in den Blick nehmen. Sonst wird das nichts mit "historisch-kritisch".

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  2. Wenn jemand "der geistige Urvater aller Gutmenschen" ist, dann doch wohl der Verkündigungsengel überm Hirtenfeld zu Bethlehem.
    "Frieden auf Erden": bei diesem Statement lachen sich ja nicht nur Putin, Trump, Erdogan und Kim schlapp, sondern auch alle die (auch hier zahlreich Vertretenen), die jene als "Gutmenschen" verhöhnen, die die biblische Rede vom Frieden auf Erden noch ein bisschen ernst nehmen.

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  3. Ein bisschen Frieden gibt es laut einer Partei in Deutschland demnächst nur noch für Schmetterlinge und Bienen.

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    1. Lieber ein bisschen Frieden für Bienen und Schmetterlinge (den Honig lässt sich Herr Franken ja auch gerne am Frühstückstisch schmecken) als Kriege, die durch die hochpotenten alten Herrenmenschen in Moskau, Ankara, Washington und Pjöngjang riskiert werden.

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  4. Zu Zeiten des hl. Nikolaus weideten die Türken ihre Ziegen noch irgendwo zwischen Kaspischem Meer und Aralsee. In Kleinasien sind sie erst sehr viel später eingefallen.

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