Montag, 8. Januar 2018

"katholisch.de" fragt: Ist der Gottesdienst zu einem Fremdkörper im Leben geworden?

Dieses Thema gehört sicher auch zu denjenigen, die alle Jahre wieder ausgepackt werden, mehr oder weniger resignierend, wie schlimm doch alles geworden ist.
Die Zahl der sonntäglichen Gottesdienst-
besucher sinkt seit Jahren, während gleich-
zeitig die Erderwärmung steigt - ob da ein Zusammenhang besteht?

Was ich sagen will: Der Artikel bei "katholisch.de" ist lesenswert und könnte dem einen oder anderen den Anstoß geben, als Verantwortlicher in der Pfarrei zu prüfen, wo noch Verbesserungen möglich sind, bis hin zu zusätzlichen (!) alternativen Gottes-
dienstformen, verbesserten Uhrzeiten usw. ---> HIER !

Aber wie wir auch wissen, ist der Gottesdienstbesuch zum Konsumgut geworden, und die Kundschaft verhält sich marktgerecht: Wo der Gottes-
dienst möglichst kurz ist, oder wo er besonders ansprechend ist, da geht man hin, man will ja was bekommen für sein Geld.

Dass es anderswo genauso oder noch schlimmer bröckelt, sollte man aber auch nicht vergessen. Die Zahlen bei den Fußballspielen der Bundesliga gehen zurück, und bekanntlich hat es die Parteien noch schlimmer er-
wischt, denn sie haben in den letzten Jahren z.T. sogar die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. ---> HIER und SPD HIER !

Selbst wenn man für den Gottesdienst Kinosessel, Chips und Internet-
anschluss bieten würde, wären die meisten Kirchen nicht brechend voll.
Es ist schlicht so, dass die Gesellschaft gott-los geworden ist, woran die Kirchen übrigens nicht ganz unschuldig sind.
Wenn die Entscheidung der Kundschaft danach geht "Was bringt mir das? Was habe ich davon?", dann wird's schwierig...

Kommentare:

  1. Püttmann findet in seinem Standpunkt auf katholisch.de die richtigen Worte zu diesem Beitrag:
    "Wer in einer säkularisierten, liberalen Gesellschaft letzte Wahrheiten verkündet, meistens hierarchisch top-down entscheidet, eine strenge Sexualmoral vertritt und die höchste Leitungsebene qua Weiheamt zölibatären Männern vorbehält, wird einen großen Teil der Menschen immer befremden, mag er sich ansonsten noch so mühen, Gutes zu tun."

    Die Menschen in unserer Gesellschaft sind nicht gottloser geworden, die katholische Kirche vertreibt diese Menschen geradezu, das ist das Problem, Gott gibt es eben auch ohne die katholische Kirche.

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  2. Bei diesem Satz möchte ich dem Knappen widersprechen:
    "Selbst wenn man für den Gottesdienst Kinosessel, Chips und Internetanschluss bieten würde, wären die meisten Kirchen nicht brechend voll."

    In vielen größeren Städten ist gerade das sehr wohl der Fall. Die "hippen" Freikirchen (ICF, Calvary Chapel u.v.a.) feiern ihre Gottesdienste sehr bewußt nicht in Kirchen, sondern in großen Kino- und anderen weltlichen Veranstaltungssäälen - und haben Mega-Erfolg damit. Sonntag für Sonntag oft gerammelt voll, und genau mit dem Alters- bzw. Jugendsegment, dessen nahezu komplettes Fehlen wir in unseren Altkirchen, seien sie kath. oder ev., so gerne und wortreich beklagen.

    Bei der "Mehr" in Augsburg hat man es auch wieder gesehen: wir müssen uns verändern und eine zupackende, die Jugendlichen erreichende Form und Sprache finden, wenn wir missionarische Aufbrüche erzielen wollen. Mit "Liturgie" kann man heute unter Jugndlichen nur noch etwas abgedrehte Ästhetizisten faszinieren. Das mag manchen Hardcore-Katholiken schmerzen, ist aber Fakt.

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    1. Das mit der mehr-Konferenz ist eine aufgeblasene
      Sache, viel zu teuer und dann auch noch ein teures
      Buch.
      So viele Leute gibt's anderswo ohne den Lärm, den man
      dafür im Internet betreibt.

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  3. Es ist doch so: Wonach einem das Herz steht,
    wonach man lechzt, da ist einem keine Zeit zu lang
    und kein Weg zu weit. Manche Leute fahren zu einem
    Anglerurlaub bis nch Island oder Schweden!
    Der richtige Ansatz müsste also sein, das Christentum
    neu zu evangelisieren, damit es für die Leute auch
    wirklich lebens-notwendig wird und nicht eine kleine
    Zugabe, die man zum heidnischen Leben dazubuchen kann.

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  4. enttäuschter Katholik8. Januar 2018 um 15:25

    Wir brauchen vorbildliche, begeisternde Priester,
    dann ergibt sich das von selbst.
    In Beckingen im Saarland war vor ein paar Jahren solch
    ein engagierter Priester, und die Kirche war voll und
    die Meßdiener wurden mehr und mehr.
    Und dann versetzte man ihn gegen seinen Willen und
    gegen den Willen der Gemeinde, das ging damals bis
    nach Rom.

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  5. Die allermeisten sind nur noch Folklore-Christen,
    die vier, fünfmal im Jahr zu bestimmten Anlässen zur
    Messe gehen. Das ist der Preis, den die Kirche zahlt,
    weil sie ihre Schäfchen in der Katechese im Stich gelassen hat.
    Wir brauchen keine Sonntagsreden, sondern wir brauchen
    Priester, die wirklich Christen sind, und wir brauchen
    Bischöfe, die mehr tun als Papiere zu produzieren und
    Erklärungen im Internet abzugeben.

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    1. Sorry, das ist oberflächliche populistische Folklore, die Sie hier zum Besten geben. So etwas kann nur schreiben, wer keine Ahnung hat, was Bischöfe und Priester tagaus, tagein tun.

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  6. Mich würde mal ernsthaft interessieren, ob es belegbare
    Untersuchungen gibt, wie sich moderne Gottesdienst-Events
    auf das spätere Glaubensleben auswirken.
    Oder andersrum: Kann man nachweisen, dass Event-Gottesdienste
    auf lange Sicht für mehr Gläubige in den Gemeinden sorgen?
    Mein Verdacht:
    Diese sorgen für spirituelle Egoisten, die sich ihre Portion
    Halleluja abholen, aber dann wieder abtauchen.

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    1. 1. Die "Mehr", oder die vielen boomenden Freikirchen sprechen gegen Ihren "Verdacht".
      2. Was sind denn "Event-Gottesdienste"? Mein Verdacht ist, dass Sie diesen Terminus bewußt in negativer Absicht einsetzen. Ich kann nur sagen: wenn man Apg 2, 41-47 liest, dann ist für die frühen Christen jeder Gottesdienst ein riesen Event gewesen. Und genau so soll's sein. Das hat z.B Herr Dr. Hartl besser verstanden als viele Pfarrer (und Bischöfe!), die ihre Rubriken abzelebrieren und sich langweilige Predigten aus dem Internet runterziehen.

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    2. Ja, das ist wirklich eine Schande. Ich kenne viele Pfarrer, und keiner von denen findet etwas dabei, dass er nie selber die Predigt erarbeitet.

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