Sonntag, 7. Januar 2018

"MEHR"-Konferenz Augsburg: 10 Thesen zur Zukunft der Kirche im "MISSION MANIFEST" veröffentlicht -- Unterzeichner gesucht!

Auf der umstrittenen "MEHR"-Konferenz in Augsburg wurde den über 10.000 begeisterten Teilneh-
mern als Highlight auch ein neues Manifest zum Unter-
zeichnen vorgestellt, bei dem
es um die Vordringlichkeit der MISSION als Aufgabe 

der Kirche in nächster Zukunft geht. - Da bin auch ich im Prinzip sehr dafür, denn wie jeder regelmäßige Leser meines Blogs weiß, kritisiere ich seit Jahr und Tag die Missions-
müdigkeit
unserer Kirchenführung.
Zuweilen wird da ja auch argumentiert, die Kirche ignoriere den Missions-
auftrag Jesu vor allem deshalb, um möglichst politisch korrekt zu sein und andere Religionen nicht zu provozieren.
Jedenfalls war es ein großer Auftritt in Augsburg, bei dem mit vereinten Kräften für das Missions-Manifest geworben wurde. Pater Prof. Dr. Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz machte es dramatisch: "Wir ha-
ben keine Zeit mehr für diese Kinkerlitzchen!",
womit wohl die ewige Diskussion um die Unterschiede in den christlichen Konfessionen ge-
meint war. - Ob es wirklich so einfach ist...?

Jedenfalls lohnt es, die 10 Thesen zu lesen, die nebst ausführlichen Stellungnahmen auch als Buch erhältlich sind, zu stolzen Preis von
20 Euro
beim HERDER-Verlag. 

Es wäre schön, wenn das Thema "Mission" durch diese Initiative end-
lich einen Schub bekommen würde, finde ich. Allerdings sollten die Ini-
tiatoren auch den Blick auf die Wirklichkeit nicht verlieren; man jubelte gestern, unter dem Ansturm der Neugierigen sei die Internetseite der Initiative gestern glatt zusammengebrochen.
Ein Blick auf die Zahl der tatsächlichen Unterzeichner zeigt etwas Ernüchterndes - es sind trotz mehr als 10.000 Teilnehmern vor Ort und Tausenden von online-Besuchern bislang weniger als 300 Christen,
die das so heftig beworbene Manifest unterzeichnet haben...

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und das Video mit Pater Wallner (Ton ganz laut stellen!) ---> HIER !

Kommentare:

  1. Dem "Kreuzknappen" herzlichen Dank für den guten Hinweis
    auf diese tolle Initiative. Ich werde auch gleich unterzeichnen, und das muss ja erst mal anlaufen. Morgen sind's bestimmt schon 2.000 oder mehr!

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  2. Barbara Gärtner7. Januar 2018 um 10:41

    Ob man die konfessionellen Unterschiede als "Kinkerlitzchen" bezeichnet oder das anders formuliert, ist Gechmacksfrage. Keine zwei Meinungen kann es aber darüber geben, dass heute das Christ-Werden und eine Beziehung zu Jesus zu finden, unendlich wichtiger ist als die Frage, in welcher Kirche oder Gemeinde man sich dann beheimatet. Das ist mir einigermaßen wurscht. Wenn ein Atheist zum Glauben kommt und dann sich einer protestantischen Kirche anschließt, ist doch auch wunderbar!

    Ich finde die "mehr" wundwerbar. Das ist Glaube und Kirche(n) der Zukunft!

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  3. Den merkwürdigen Schlingerkurs beobachte ich bei
    Pater Wallner schon einige Zeit.
    Die Unterschiede zwischen den Konfessionen als "Kinkerlitzchen"
    zu bezeichnen wirkt auf mich abstoßend und ketzerisch.

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    1. Für die "150prozentigen" mag das abstoßend und ketzerisch klingen. Für alle anderen, v.a. für die, noch noch nicht Christen sind, wäre es abstoßend, über konfessionelle Unterschiede belehrt zu werden, die sie gar nicht verstehen können. Pater Wallner sieht das völlig richtig. Jeder, der mal missionarisch tätig war, kann ihm nur zustimmen.

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  4. Das zähe Anlaufen der Unterzeichnungen, obwohl Zehntausende
    das live miterlebt haben, bestätigt meine Vermutung.
    Es geht den erlebnishungrigen Teilnehmern in erster Linie
    um ein befriedigendes religiöses Event, das ihnen Glücks-
    gefühle beschert. Auswirkungen hat das kaum, und schon gar
    nicht auf das Leben der Pfarrgemeinden daheim.
    Lieber reisen sie Halleluja-mäßig in der Weltgeschichte rum.
    Wäre es denen mit der Bekehrung ernst, müssten längst
    dort 20.000 Unterzeichner stehen, mindestens.

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    1. Dass die Tradis, für die "missionarisch" ein Unwort ist, gegen diese tolle Initiative anstänkern, war so sicher wie der Weihrauchnebel in der "alten Messe".

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    2. Sehe ich auch so. Immer nur rumnörgeln, das halbvolle Glas auf jeden Fall als Halbleeres ansehen und irgendwelche "Verdächtigungen" streuen. Trostlos, diese Tradis.

      Johannes Hartl heute:
      „Nicht alles, was im Namen des Herrn unternommen wird, ist auch von Gott geführt. Es gibt viele Fromme, die im Namen Gottes mit gleichen Waffen wie die Welt kämpfen. Verbal und vom Geist her unterscheiden sich die Kampfpraktiken nicht so viel.“
      Ins Schwarze getroffen!

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    3. Zur Information: Es gab bis heute Mittag technische Probleme mit dem Unterzeichnen. Deshalb lief es schleppend an. Momentan (07.01.18, 20:44) sind es ca.840 Unterzeichner. Dabei ist es für mich faszinierend, aus welchen verschiedenen Gruppierungen die Unterzeichner kommen. Interessant ist auch, dass viele Personen unterzeichnen, die anscheinend keiner Gemeinschaft oä. angehören. Für mich ein Hinweis, dass das Thema vielen auf den Nägeln brennt.

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  5. Jorge Sensenbrenner7. Januar 2018 um 11:59

    Die zehn Autoren sind jedenfalls ein ziemliches Gruselkabinett. Neben Meuser, Wallner, Hartl als Hauptautoren fallen noch Frl. Kuby, Hr. Oettingen und P. Buob (!) als besonders begabte Märchenerzähler für Jung und Alt auf. Spätestens die Namen Prüller und Wallner machen überdies deutlich, dass das Ganze eh vom OD gesponsert ist. Zudem haben bis auf drei (Fassler, Meuser, Kuby) alle Porträts im Autorenverzeichnis dieses schauderhafte Verkäufergrinsen aufgesetzt. Von Spinnern und Verkaufsprofis mit OD-, CI- oder Emmanuel-Hintergrund möchte kein ernsthaft selbstdenkender Mensch "missioniert" werden.

    Der Katholizismus als vernunft- und logos-gemäße Variante des Christentums, wie sie von Joseph Ratzinger vor seiner Übernahme der JPII-Idee der "Neuevangelisierung" und seinem Schwenk auf den US-amerikanischen Weg ja auch selbst propagiert wurde, ist da wesentlich überzeugender.

    Meiner Ansicht nach ist dieses Manifest einfach eine Art Nachglühen des längst gescheiterten Konzepts einer billig-schussverkaufsartigen "Neuevangelisierung" ohne inhaltliche Tiefe. Die Annäherung an das Pfingstlertum ist letzten Endes auch eher gefährlich als nützlich und auch nur begrenzt "ökumenisch", da ökumenisches Denken eigentlich eine rationale Auseinandersetzung mit Glaubensinhalten und keine verengte Fokussierung auf Mitgliederzahlen und bloß materielle Gewinnerzielung voraussetzt. Letztere ist allerdings das, was Opus Dei, die übrigen "neuen geistlichen Bewegungen" und die meisten Pfingstler gemeinsam haben und was sie verbindet.

    Dass hier die meisten "Tradis" diese Initiative vor allem aus ihrem unkatholischen Antiökumenismus heraus ablehnen, macht die Pfingstlerfreunde selbst jedenfalls nicht katholischer.

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    1. Das lieben wir ja alle so
      am Unterhaltungsprogramm von "Jorge":
      Alle anderen sind im Zweifelsfalle "Spinner",
      auch wenn es sich um weltbekannte Professoren handelt.
      Allein Jorge lebt im wahren Christentum.
      so einfach ist das.

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    2. Jorge Sensenbrenner7. Januar 2018 um 12:41

      Nein, "weltbekannte Professoren" sind sicher nicht unter den Autoren dieses Manifests, sind ja alles doch eher abseitige Gestalten aus der Riege der C- oder allenfalls B-Prominenz. Eben typische Opus-Autoren.

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    3. Ich nehme an, Jorge kennt den weltbekannten
      Pater Prof. Dr. Wallner nicht.

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    4. Die erste der "abseitigen Gestalten" laut Jorge
      wäre dann Kardinal Woelki, der das Manifest als
      erster unterzeichnet hat.
      Gut zu wissen.
      Manche verraten mehr über ihren Zustand, als ihnen
      lieb sein dürfte...

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    5. Jorge Sensenbrenner7. Januar 2018 um 14:12

      Woelki gehört nicht zu den Autoren, sondern zu den Unterzeichnern. Das ist was anderes.

      Wallner ist ganz kein "weltbekannter Professor", sondern der Mönch, der sein Kloster mitsamt dem guten Namen Benedikts XVI. an das Opus Dei verkauft hat und mit derselben Chuzpe auch den christlichen Glauben verkaufen möchten.
      Das mag in Österreich funktionieren, wo eine Händlernatur wie Kurz mit tatkräftiger Hilfe des Opus Dei Bundeskanzler werden kann. Für "weltbekannt" reicht das aber sicher nicht. Bei uns (wo ebfs. der Staatspräsident mit Hilfe des Opus Dei gewählt wird und deutschsprachige OD-Größen an sich auch keineswegs unbekannt sind) kennt niemand diesen Mönch.

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    6. Soso, Prof. Wallner hat das Kloster
      an das Opus Dei verkauft.
      Anschließend verkauft er den kompletten Glauben.
      Es ist lustig, die Phantasien und Verschwörungstheorien
      von Jorge zu lesen.

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    7. Trotz dieses albernen Geplänkels um einen mäßig bekannten Mönch und das OD bleibt Bemerkenswertes festzuhalten: die Rechtskatholiken und ihr Lieblingsfeind Jorge treffen sich in schönster Eintracht in der emotionalen Ablehnung der "Mehr". Daß man das noch erleben darf!

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    8. Wiggerl,
      habe gerade mal bei google eingegeben
      "Pater Wallner" - und bekam 80.000 Einträge angezeigt.
      So weit "mäßig bekannt"...
      Merke: Linkskatholiken nehmen die Realität nur noch
      verzerrt wahr.

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    9. Jorge Sensenbrenner8. Januar 2018 um 01:39

      Also der Kollege Wiggerl hat schon Recht, dass dieses Geplänkel um Wallners Bekanntheit etwas albern ist.
      Natürlich ist Pater Karl Wallner OCist aus Heiligenkreuz im deutschsprachigen Raum und z.T. auch darüber hinaus hinlänglich bekannt, und ich finde seine Glaubensverbreitungsversuche ja mitunter gar nicht schlecht, trotz der m.E. eher oberflächlichen, schönfärberischen und wie alles aus Heiligenkreuz übertrieben selbstgefälligen Art.

      Er ist aber eben kein "weltbekannter Professor", das ist Blödsinn. Die Kategorie "weltbekannt" kann man z.B. Raniero Cantalamessa zubilligen, der zwar am Mehr-Kongress von 2017 maßgeblich beteiligt war, als Autor des Missionsmanifest-Bändchens von 2018 aber offb. fehlt.

      Dass es Wallner ist, der die Kontakte zwischen Heiligenkreuz und dem Opus maßgeblich knüpft/ausbaut bzw. mitträgt, habe ich erst viel später aus eigenen Äußerungen erfahren.
      Das hat nichts direkt mit diesem Manifest zu tun, erklärt aber seine Präsenz auf der MEHR und bestärkt den schon durch andere Hinweise gewonnenen Eindruck, dass es sich um ein maßgeblich vom OD mitorganisiertes Spektakel handelt, wo dementsprechend nicht viel mehr hintersteckt als heiße Luft und viel Geld.
      Die Verbindung zum OD und die Rolle von Netzwerkern wie Wallner und anderen sind aber natürlich nur einer von vielen Aspekten dieser Veranstaltung und sicher kein allein ausschlaggebendes Kriterium für mich, um die "Mehr" abzulehnen.

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    10. Meinen Sie jenen Pater Cantalamessa,
      der wegen seiner antisemitischen Äußerungen bekannt ist?

      http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/vatikan-antisemitismus-vergleich

      Ansonsten sollten Sie endlich mal an Ihrer
      Opus-Dei-Phobie arbeiten, da nervt nämlich langsam!

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    11. @Eremitin:
      Mein Gemeindepastor erscheint sogar über 100.000 Mal, wenn man ihn googelt. Als Eremitin wissen Sie wohl wenig von Internet - solche Trefferzahlen sagen über die Prominenz einer Person gar nichts aus.

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    12. Jorge Sensenbrenner8. Januar 2018 um 13:10

      @Eremitin:
      Wie ich ja schon gestern erklärt habe, ist das "Nerven" in punkto Opus Dei kein Bug, sondern ein Feature.
      Es muss schon ein bisschen wehtun, sonst bemerkt man es nicht. Darum geht es ja gerade.

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  6. Das Buch ist viel zu teuer
    und inhaltlich einseitig; die normale Pfarreiarbeit
    wird diskreditiert und durch eine Brille gesehen, mit der
    es sich diese Reformer passend machen.
    Ein Blogger schreibt, was ich auch dazu denke:
    Viele mögen diesen Event-Katholizismus garnicht, und
    Woche für Woche gehen mehr Kinder und Jugendliche in
    ganz normale Gruppenstunden als zu solchen medial heraus-
    geputzten Events.
    Schade - das Buch ist eine unbeabsichtigte Polemik geworden.

    http://clauskirche.blogspot.de/2018/01/nur-mal-schnell-die-kirche-retten.html

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  7. Allein den Live-Stream der Mehr-Konferenz haben
    ca. 170.000 Leute gesehen. Interesse ist also da,
    aber umso mehr erschreckt mich, dass man die persönliche
    Konsequenz dann doch lieber nicht ziehen will.
    Weniger als 2.000 Unterschriften für das Manifest -
    das finde ich beschämend!

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  8. Diözesaner Bürohengst8. Januar 2018 um 07:09

    Die Veranstalter hatten die Deutsche Bischofskonferenz
    schriftlich gebeten, einen offiziellen Vertreter zu diesem
    Treffen zu schicken. Was kam, war ein wohlwollender Brief
    mit guten Wünschen, das war alles.
    Bischof Oster war nicht als offizieller Vertreter der DBK da.
    Allzu begeistert scheinen die Bischöfe also nicht zu sein.

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