Dienstag, 3. April 2018

Für viele Kinder ist die Erstkommunion leider auch die LETZTKOMMUNION...

Schön wär's, wenn es das Patentrezept gäbe, nach dessen Anwendung die Heiligen Mes-
sen nach der Erstkommunion dauerhaft gut besucht sind. Eine recht erfolgverspre-chende Methode ist die Ein-
bindung der Familie in die Vorbereitung durch das Mo-
dell der "Familienkatechese", wie sie Prof. Dr. Albert Biesinger nach dem Vor-
bild aus anderen Ländern propagiert; gerade kann man dazu bei "katho-
lisch.de"
einen Artikel nachlesen, der des Lobes voll ist ---> HIER !
Dass die Einbindung der Familie sehr wichtig ist, dürfte den Praktikern nichts wirklich Neues sein; mit diversen Methoden ist es in etlichen Pfarreien schon viele Jahre praktiziert worden. Doch - auch wenn im verlinkten Artikel der Eindruck erweckt wird -  ein Allheilmittel ist auch das nicht, denn sonst hätte sich der durchschlagende Erfolg längst in Windeseile herumgesprochen und alle Pfarreien würden nur noch danach vorgehen. Wer's genau liest, wird auch dort den Hinweis finden, dass etwa die Hälfte der Eltern nicht so mitzieht wie gedacht.

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Das bedeutet nicht Resignation, sondern Realismus.                          Die "Familienkatechese" ist eine gute Sache, auch wegen des guten Materialangebotes, aber die Kirche bleibt auch hier auf Dauer halb leer. Vielleicht ist es eher eine Kombination von vielen Faktoren, die "Erfolg" verspricht, den man meiner Meinung nach auch nicht nur an der Minis-
trantenzahl messen sollte. Ein sehr engagierter Pfarrer, ein gutes Pastoral-
team, ansprechend gestaltete Gottesdienste, das Zugehen auf die Menschen in vielen Gesprächen, das kontinuierliche Bemühen um die Einbindung von Laien und deren Fähigkeiten und vieles mehr dürfte da eine Rolle spielen.
Doch bei aller Anstrengung:  Die Verabschiedung vom Gedanken der Volkskirche ist unvermeidlich. Der Trend wird - so oder so - verlangsamt und abgeschwächt werden können, aber die großen Zahlen sind vorbei. Man wird es akzeptieren müssen: Die Erstkommunion ist für viele ein Event, das man mitmacht, und das war's dann auch schon wieder für
lange Zeit...

Oder sehe ich das völlig falsch, liebe Leser?

Kommentare:

  1. Nüchternheit in der Lagebeurteilung ist
    angesagt: Wenn 90 % der Katholiken nicht mehr
    wissen wollen, dass es die Sonntagspflicht gibt,
    dann ist das keine Motivation für Kommunioneltern,
    sich Mühe zu geben, sonntags aufzustehen.
    Die Kirche hat vor Jahrzehnten schon den Fehler
    gemacht, das als gottgegeben zu akzeptieren -
    frei nach dem Motto: Hauptsache, die Kirchensteuer-
    kasse stimmt!

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    1. @Sindbad:
      Hätte die Kirche, wie Sie offenbar es als richtig ansehen, sich vor Jahrzehnten von der Kirchensteuer befreit, dann wären Sie der Erste gewesen, der lauthals gegen die "linken Kirchenzerstörer" protestiert hätte, wenn die Kirche dann aus wirtschaftlichen Gründen Hunderte von Kirchen geschlossen bzw. hätte verkaufen müssen. Wie es in unserem Nachbarland Holland seit vielen Jahren Realität ist. Pro Jahr werden dort mehr als 500 katholische Kirchen entwidmet.

      Wer A sagt, möge bitte auch B sagen. Wer also dauernd über die böse Kirchensteuer herzieht, möge bitte auch sagen, dass er es vorzieht, dass es dann in Deutschland drastisch weniger Kirchen gibt. Das hat aber noch nie einer jener Helden gesagt, die auch in diesem Blog gerne die "reiche Zwangskirchensteuerkirche" ins Visier nehmen.

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  2. Wir haben auch gute Erfahrungen damit gemacht,
    dass die Eltern intensiv eingebunden werden,
    nach dem Modell der "Familienkatechese".
    Aber Wunder sind nicht zu erwarten,
    und die Zahl der Messdiener ist kein Kriterium
    für unseren Ansatz.
    Allerdings haben wir festgestellt, dass ein Punkt
    gar nicht in der Überlegung von Prof. Biesinger
    auftaucht: Das (Nicht-) Vorhandensein einer
    pfarrlichen Infrastruktur in der Kinder- und
    Jugendarbeit.
    Wir haben das Glück, für die Altersstufen
    von 5 - 16 Jahren sechs verschiedene Gruppen
    anbieten zu können. Wichtig ist, dass die
    Gruppenleiter stets Hilfe und Ansprache vom
    Pastoralteam bekommen.

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  3. Jedes Modell hat Vor- und Nachteile.
    Das bei "katholisch.de" so angepriesene Modell der Familienkatechese ist seit Jahren im Handel mit den diversen Elementen erhältlich.
    Neben Lob gibt es aber auch Kritik, und das vergaß man wohl zu erwähnen.
    Man lese, was der "Arbeitskreis Theologie und Katechese"
    davon hält:

    http://www.atk-home.de/Stellungnahmen/2-10_Gott-mit-neuen-Augen-sehen.pdf

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  4. Da Religion nur durch frühkindliche Indoktrination weiter gegeben wird, funktioniert das natürlich immer weniger, je mehr externe Informationsmöglichkeiten es gibt.

    Aber dass man Erstkommunion und ggf noch Firmung nur aus Kalkül (Geschenke) oder wegen Druck ("der Oma zuliebe", "was würden denn die Nachbarn sagen" etc.) Mit macht, ist doch nichts Neues.
    Das war schon zu meiner Zeit vor 30+ Jahren so und die Leute hat man auch höchstens an Weihnachten, zu jährlichen Modeschau und bei Beerdigungen in der Kirche gesehen.
    Heute trauen sich nur mehr Leute konsequent auch den letzten Schritt zu gehen und auszutreten.

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  5. Ehrliches Anerkennen in allen Bereichen der Kirche, dass Dtl (Europa) Mission braucht, die Situation wohl vergleichbar ist mit Dtl. z.Z. der iro-schottischen Missionare: einzelne christl. Stützpunkte, viel christl.-heidnisches Gemisch und viele Vollheiden und Kirchenfeinde.
    Erst mit schonungsloser Anerkennung des Ist-Zustands -ungetrübt vom blendenen Mammon Kirchensteuer- kann passend missioniert werden.

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    1. In Irland hat die Kirche glücklicherweise viel von ihrem Ansehen und Einfluß verloren und auch in Schottland sieht es nicht anders aus.
      Selbst in den ehemals christlichen Hochburgen wie Spanien ist der Glaube auf dem Rückzug und sogar in Polen, wo die Kirche die Regierung quasi in der Hand hat, wächst und zeigt sich der Widerstand.

      Ich denen, wir sind endlich auf dem richtigen Weg.

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    2. Ja, auf dem richtigen Weg in Spinnerei und Esoterik

      https://derstandard.at/2000077112169/In-Oesterreich-glauben-mehr-Menschen-an-Esoterik-als-an-Gott

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    3. Ich sehe da keinen Unterschied, beides ist unbegründet, unlogisch und kontraproduktiv ... der organisierte Glaube (aka Kirchen) ist nur ein wenig älter und gewalttätiger ...

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  6. Meine erste heilige Beichte vor meiner Erstkommunion war auch meine letzte heilige Beichte. Der damalige Priester benahm sich nämlich mehr und unheilig.

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    1. Kryptischer Beitrag. Eine Ohrfeige oder sowas?

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