Dienstag, 3. April 2018

Kölner Weihbischof Ansgar Puff landet einen Medien-Aufreger wegen "Schleichwerbung" für "Neokatechumenalen Weg"

Ach du meine Güte! - Das hätte sich der Kölner Weihbischof Ansgar Puff wohl auch nicht träumen lassen, dass er nur wegen eines von ihm bei den Gottesdienst-Proben für Ostern verteilten Prospektes ("Flyer") für Gesprächsabende über Glaubensfragen zum ungewollten Medienstar wurde.
Der "Kölner Stadt Anzeiger" machte ei-
ne Riesen-Story daraus und hakte sogar per redaktionellem Kommentar noch nach: Unerhört, dass der Weihbischof für eine "umstrittene Bewegung" - gemeint ist die Geistliche Gemeinschaft des NEOKATE-
CHUMENALEN WEGES - eine "verdeckte" Werbeaktion gestartet habe. Damit habe er Unruhe unter den Eltern der jugendlichen Flyer-Empfänger ausgelöst, heißt es. Aus dem Prospekt könne man nicht erkennen, wer eigentlich dahinterstehe.

Der Weihbischof seinerseits nahm in seiner Predigt am Ostermontag zu den Vorwürfen Stellung und verteilte nach dem Gottesdienst weitere Flyer als Werbung für die Gesprächsabende. 
Man schaue ---> HIER und HIER und HIER !
Da kann sich jeder selbst sein Bild draus machen, meine ich.
Und was den "Neokatechumenalen Weg" betrifft, so will ich nicht so tun, als wüsste ich über die wirklich Bescheid.
Im Internet habe ich ein paar Linktipps darüber gefunden, pro und contra.  - Vielleicht können Leser, die Näheres wissen, meine Verlinkungen noch ergänzen und/oder eigene Erfahrungen berichten?!

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und HIER und HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Nach der frühzeitigen Ankündigung hatte ich schon auf Ihren Artikel gewartet, werter Kreuzknappe!
    Ich will mal als Kölner einen kleinen Tipp geben, ohne allzu viel zu verraten, weil ich beruflich abhängig bin.
    Diese neuerliche Presse-Attacke kommt nicht von ungefähr.
    Gewisse Kreise suchen schon lange, Kardinal Woelki zu demon-
    tieren, weil er ihnen nicht fortschrittlich genug ist.
    Und da werden hinter den Kulissen im Ordinariat und in den
    Medien kräftig die Fäden gezogen und man lässt seine Kontakte
    spielen, um aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.
    Es geht garnicht um Weihb. Puff, der ist nur Mittel zum Zweck. Im Hintergrund wird der Aufstand gegen Woelki geprobt.
    Wie wir wissen, gab es ja bereits vor der Bischofsernennung
    von Woelki einen gut organisierten Widerstand, der aber
    scheiterte.

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    1. Woelki ist nicht "fortschrittlich" genug?

      PS:
      Heute ist bereits der 3. April.

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    2. Da "Arminius" die Begriffe "konservativ" und "fortschrittlich" mal wieder einzig und allein in einem plumpen Polit-Sinn versteht, kann er den Kardinal natürlich nur als "fortschrittlich", bzw. "linksgrün", wie man in seinen Kreisen sagt, einsortieren.

      Dann war für "Arminius" auch Johannes Paul II. fortschrittlich, weil der unnachgiebig gegen Bushs Kreuzzug gegen den Irak gewettert hatte. Und oft genaug gegen die kapitalistische Wirtschaft etc.

      Natürlich ist Kardinal Woelki theologisch kein "Fortschrittlicher". Und auch kein "Konservativer". Sondern einfach normal katholisch, und das ist auch gut so.

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    3. Was wollen Sie mit Ihrem Wortschwall sagen, außer daß Sie ein Problem mit Leser Arminius haben?

      PS:
      Daß Johannes Paul II. antikapitalistischen Ideen huldigte, ist mir neu..

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  2. "Umstritten" finde ich vor allem die Kölner Zeitung!
    Der Kreuzknappe hat gut recherchiert; es gibt in der Tat
    einiges gegen diese geistliche Bewegung zu sagen und auch
    einiges dafür. Ich kenne keinen, der dort tätig ist, aber
    die lobenden Berichte und das Priesterseminar zeigen,
    dass der NEOKATECHUMENALE WEG viele gute Früchte hervorbringt.
    Die Berichterstattund des KSTA ist extrem tendenziös und
    will nur den Konflitk anheizen.
    Man kann über jeden Orden, über jede geistliche Bewegung
    Dinge ausgraben, die nicht sonderlich gut sind; das liegt
    zum Teil auch an den jeweils agierenden Personen.
    So gibt es auch Chefredakteure bei Zeitungen, die richtige
    Ekelpakete sind und mächtig Druck machen. Der Verlag wiede-
    rum tritt den Chefs ins Kreuz, mehr Gewinn zu erwirtschaften
    durch entsprechend aufgeheizte Schlagzeilen und Debatten.
    Ein Beispiel von der Konkurrenz:
    http://www.journalist-magazin.de/news/kehraus-bei-der-rhein-zeitung

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  3. Mit "verdeckter" Werbung kennt man sich beim
    Kölner Stadt Anzeiger selbst gut aus:

    http://www.bildblog.de/58316/presserat-beanstandet-eigen-schleichwerbung-fuer-diaetprogramm/

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  4. Der "Neokatechumenale Weg" ist bei den Liberalen "umstritten", weil er dort als "konservativ" gilt. Bei den Tradis wiederum ist er ebenso umstritten, wenn er nicht sogar schroff abgelehnt wird, weil er für katholische Verhältnisse bemerkenswert wenig klerikal ist und stark auf das allgemeine Priestertum aller Getauften abstellt. Die Eucharistien, die dort gefeiert werden, sind absolut beeindruckend und sehr anschlussfähig in der Ökumene.

    Dass von beiden Extremen auf den NeoKat eingedroschen wird, zeigt, dass dort eine richtig gute Arbeit gemacht wird.

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  5. Das sind zwei verschiedene Probleme:
    Das eine ist der Flyer, die Einladung des Weihbischofs
    an suchende Jugendliche, an einem Gesprächsabend mit ihm
    teilzunehmen, bei dem es um Glaubensfragen geht.
    Das ist eine gute Idee, und sie wird bestimmt gut ange-
    nommen werden. Dass der KSTA darüber lästert, ist völlig
    unbegreilich und daneben, denn der KW hat damit ganz
    offensichtlich nichts zu tun.
    Das also ist kein Ruhmesblatt für den KSTA und den be-
    treffenden Redakteur.
    Es gibt noch eine zweite Problemebene,
    die zum Teil undurchsichtigen Zustände in einigen Gruppen
    des KW. Darüber kann und sollte man reden.
    Mit der konkreten Einladung des Weihbischofs hat aber
    auch das nichts zu tun, denn ER ist der Verantwortliche,
    nicht irgendeine Gemeinschaft.
    Ich würde auch gerne wissen, wie "Trierer21" es andeutet,
    was wirklich hinter dieser merkwürdigen Attacke steckt.

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  6. Wie man liest, hat der Verlag des KSTA
    mit Millionenverlusten zu kämpfen.
    Möglicherweise erklärt dies die Art der Berichterstattung.

    http://www.horizont.net/medien/nachrichten/Dumont-Koeln-Express-und-Koelner-Stadt-Anzeiger-Et-bliev-nix-wie-et-wor-145787

    Eigentlich sollte man von der BILD-Zeitung wissen,
    dass dies schiefgeht.

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  7. Der Autor des Artikels gegen Weihbischof Puff
    war übrigens früher selbst ein Priester,
    legte aber schon nach vier Jahren (!) sein Priesteramt
    nieder...

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    1. @Isolde Essen

      Abgesehen davon, dass man Priester bleibt (unauslöschliches Merkmal), auch wenn man laisiert ist (das „er war früher selbst ein Priester“ ist von daher falsch) – was wollen Sie damit überhaupt zum Ausdruck bringen? Wollen Sie damit insinuieren, Joachim Frank sei deswegen, weil er nach vierjähriger Tätigkeit als Priester sich laisieren und beruflich Journalist wurde, ein schlechter Typ, ein mieser Journalist, ein theologisch Unterbelichteter ist? Das wäre völlig abstrus.

      Immerhin hat er In Rom im „Germanicum“ (für dieses Priesterseminar muss man vom eigenen Diözesanbischof empfohlen worden sein) gelebt und an der Päpstlichen Universität Gregoriana sowie bei den Benediktinern in Sant’Anselmo studiert, Studienabschluss in Dogmatik. Laut Andreas Englisch schicken die Diözesanbischöfe ihre aussichtsreichsten Kandidaten zum Studium nach Rom, die Gregoriana trage den Spitznamen „Bischofsschmiede“. Von daher dürfte Frank schon sehr gründliche theologische und kirchenpolitische Kenntnisse haben. Seit 2015 ist er auch Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands.

      Vielleicht werfen Sie (folgende beiden Links) mal einen Blick auf seine von ihm selbst erzählte Vita incl. der Gründe für das Ausscheiden aus dem Dienst als Priester:

      http://www.pflichtlektuere.com/22/10/2014/wenn-das-leben-ploetzlich-einen-anderen-weg-geht/

      http://www.kirchenzeitung.de/content/ein-melancholisches-gr%C3%BC%C3%9Fen


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  8. Die Leserdiskussion hier scheint mir doch ein wenig
    vom eigentlichen Thema abzuschweifen, wie es sich denn nun
    mit dem Neokatechumenalen Weg verhält.
    Ich verweise auf die recht brauchbaren Verlinkungen des
    Kreuzknappen, die aufzeigen, dass es Diskussionsbedarf gibt!

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    1. Zustimmung!
      Und dennoch: Die Veröffentlichung des KSTA
      hat ein Geschmäckle. Riecht nach Kampagnen-
      Journalismus.
      Immerhin ist diese geistliche Gemeinschaft anerkannt
      und angesehen!

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  9. „Puff ist der wichtigste Wegbereiter des Wegs (= des Neokatechumenats) in Deutschland. Ich wundere mich, dass Woelki ihn einfach gewähren lässt.“

    Schreibt Raoul Löbbert (ehemals Redakteur beim Rheinischen Merkur, heute Redaktionsleiter bei Christ & Welt/DIE ZEIT) am 30.03.18 als Antwort auf Twitter zum aktuellen Flyer-Vorgang:

    https://twitter.com/AkwasiCologne/status/979582863447330816

    Löbbert schrieb u. a. 2014 nach mehrmonatiger Recherche einen detailreichen – und erschreckenden – Artikel über das Neokatechumenat, dem er aber der Ausgewogenheit halber zum selben Zeitpunkt ein Interview mit Puff beigesellte. Hier der Artikel plus unten (im grauen Balken) das verlinkte Interview:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-05/neokatechumenaler-weg-katholizismus-kiko-arguello-aussteiger/komplettansicht

    Im Übrigen vielsagend und ganz und gar nicht verwunderlich: „Natürlich“ wird auf der Website des vom Neokatechumenat geführten Bonner Priesterseminars „Redemptoris Mater“ (das in der Erzdiözese dank Meisners Genehmigung und Förderung „regulär“ neben dem „normalen“ Priesterseminar existiert) unter „Aktuelles“ sogar per Video auf Puffs Glaubenskurs ausdrücklich hingewiesen:

    http://www.erzbistum-koeln.de/institutionen/RM/aktuelles/einladung-zu-glaubensabende-deine-mission-00001/

    Die Personen, die im Video um „Weihbischof Ansgar“ (wie einer Puff vertrauensvoll nennt) herumstehen und munter ihr kurzes Glaubenszeugnis ablegen bzw. ebenfalls zu diesem Glaubenskurs einladen – ich möchte fast wetten, dass das ihm bekannte Leute vom Neokatechumenat sind …).

    Übrigens: Puff betete gestern in der von domradio via Livestream und TV übertragenen Ostermontagsmesse vor dem Friedensgruß nicht das im Messbuch stehende „Herr Jesus Christus, du Sieger über Sünde und Tod“, sondern ergänzte: „Herr Jesus Christus, du Sieger über Sünde, Teufel und Tod“ – der Teufel, der Satan, das „dem Satan-Abschwören“ spielt beim Neokatechumenat eine besondere Rolle. Wie weit mag das in seinen Glaubenskurs mit hineinspielen? Offene Frage.

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    1. Nee, das mit dem Teufel verhält sich anders:
      Da will Weihbischof Puff seine Papsttreue mit
      demonstrieren, denn Papst Franziskus redet ja auffallend
      oft vom Teufel...!

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  10. Diözesaner Bürohengst3. April 2018 um 23:53

    Wie wir uns erinnern,
    hat Journalist Frank von KSTA auch schon so
    extrem über einen angeblichen "Paukenschlag" von Kardinal
    Woelki geschrieben, der wohl vermitteln soll, es habe in
    Köln unter Woelki mächtig gekracht:
    https://www.ksta.de/koeln/paukenschlag-im-koelner-erzbistum-kardinal-woelki-trennt-sich-von-seinem-generalvikar-29891550

    Andere und Maiering selbst beschreiben dies hingegen
    völlig anders:
    https://www.domradio.de/themen/erzbistum-koeln/2018-03-19/koelner-generalvikar-meiering-freut-sich-auf-neue-aufgabe

    Fazit: Die Einseitigkeit gegen Woelki ist klar
    nachweisbar. Ob es persönliche Motive sind oder eher der
    Druck zur Auflagensteigerung oder noch andere Gründe,
    vermag ich nicht zu beurteilen.

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  11. Googlekontenloser meint:
    Zunächst Dank an den Knappen für seine hervorragende unparteiliche Recherche!
    Auch bei den "NEOs" wird es solche und solche geben.
    Ich habe an einer solchen "Verkündigungsveranstaltung" teilgenommen und war sehr verunsichert.
    Mir kam das ganze wie eine krude Mischung aus Judentum, Protestantismus und Islam vor - dies sagte ich auch deutlich in einer Feedback-Runde. Darauf ist keiner der NEO's eingegangen.
    Als dann noch im sehr gut gefüllten Pfarrsaal unter dem lauten Absingen von Kiko's Liedern (kam mir vor wie auf dem Rummelplatz) gleichzeitig von 5 Priestern - verteilt im Saal - Ohrenbeichte abgenommen wurde, schaute ich auf das aufgestellte Vortragekreuz und meinte, in mir eine leise Stimme zu hören "Du bist hier nicht richtig". Ich bin daraufhin nach Hause gegangen und habe mir erst mal 2 Stunden lang Lobpreislieder angehört, um aus meiner emotionalen Verunsicherung herauszukommen und mich wieder katholisch zu "norden".
    Einige Zeit später habe ich einen gleichen Kurs einer anderen NEO-Gemeinschft besucht. Diesen empfand ich als sehr viel spirituell katholischer und mich anziehend. Diesen Kurs konnte ich wegen einer hartnäckigen Sommergrippe nicht bis zum Schluss besuchen - ich habe das mal als Fügung von "Oben" betrachtet - der NKW ist nichts für mich.

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  12. Ich habe schon sehr Kritisches über den Neokatechumenalen Weg gehört.

    Zunächst mal, dass die es mit der Rechtgläubigkeit nicht so genau nehmen und meinten, den Katechismus nicht zu brauchen, dass mit der Liturgie sehr frei umgesprungen wird, etc.

    Dann auch, dass da manchmal sozusagen Sektenpraktiken herrschen: dass die Katechisten Druck ausüben, um einen großen Teil der freien Zeit der Mitglieder zu beanspruchen, dass sie sie drängen, ihnen in Gruppensitzungen ihre Sünden und innerlichsten Gedanken zu erzählen und solche Informationen dann auch einfach weiterverbreiten, dass sie nicht mit Kritik umgehen können, sondern so tun, als ob sie direkt vom Heiligen Geist geleitet wären... Die Katechisten halten sich anscheinend manchmal für eine absolute Autorität und meinen, sie müssten nicht mal den Katechismus studieren, denn der Heilige Geist sollte sie direkt leiten.

    Oder es wird den Mitgliedern gesagt, sie dürften anderen Leuten nichts vom Ablauf der Etappen im Neokatechumenalen Weg erzählen, weil das eine Sünde gegen den Heiligen Geist (!!!) wäre - sprich, dafür würde man unweigerlich in die Hölle kommen. Das passt dazu, dass zu Vortragsabenden eingeladen wird, ohne zu sagen, welche Organisation dahintersteckt... Der Neokatechumenale Weg verfolgt anscheinend öfter eine Art Geheimhaltungsstrategie.

    Wie gesagt: Sektenpraktiken!

    - Crescentia.

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