Dienstag, 3. April 2018

Macht katholisch sein eigentlich dick?

Die Badesaison und die Urlaubszeit stehen bald an. Bei manch einem führt dies unter anderem auch zu einer kritischen Inventur der Leibesfülle, von wegen der Bikini-Figur oder so.
Nun wissen wir als informierte Zeit-
genossen längst, dass fromme Men-
schen im Durchschnitt einige Jahre länger leben.
Eine britische Untersuchung hat es erneut belegt: Wirklich gläubige Menschen sind seltener krank, wer-
den schneller z.B. nach Operationen wieder gesund, sind weniger depressiv und haben insgesamt ein hervor-
ragendes Immunsystem.
Psychiater Manfred Stelzig aus Salzburg formuliert es aufgrund seiner Erfahrungen so: „Menschen, die glauben, fühlen sich geborgener, und das schafft insgesamt eine gute Tendenz.“
Auch Prof. Siegfried Kasper von der Uni-Klinik in Wien stimmt da wie viele weitere Kollegen zu: Gläubigsein stabilisiere die Seele und gebe im Leben Halt. Ein guter Beleg ist auch die im Vergleich zur Gesamtbevölke-
rung durchschnittlich höhere Lebenserwartung von Mönchen und Nonnen. Dies bedeutet nicht, dass ein gläubiger Mensch nicht schwer erkranken kann. Allerdings kann sein Gottvertrauen die Genesung positiv beeinflus-
sen, da dieser Mensch sich in jeder Lebenslage in den Armen Gottes ge-
borgen fühlt.
Das allerdings kann auch einen weniger schönen Nebeneffekt haben.
Die Volkskrankheit Übergewicht tritt und trat auch bei religiösen Men-
schen auffallend oft auf. Die häufig deutlich wohlgenährten Mönche aus dem Mittelalter sind wohl auch ein Ergebnis von fehlenden Heizungen
und darum besonders deftigen Ernährungsgewohnheiten, aber immerhin. Einen Zusammenhang zwischen Glaubenspraxis und Fettleibigkeit hat eine Studie aus Chikago belegt. Während im Bevölkerungsdurchschnitt 22 Pro-
zent als dick gelten, sind es bei den regelmäßigen Kirchgängern „satte“ 32 Prozent.
Die Völlerei rangiere in der Rangordnung der Sünden bei vielen Gläubigen offenbar weit hinten, mutmaßen die Wissenschaftler. Für alle, die durch welche Umstände auch immer etwas fülliger geraten sind, gibt es von den meisten Ärzten Kritik, aber längst nicht  von allen. So schreibt etwa Fried-
rich Schorb
in seinem Buch „Dick, doof und arm?“ darüber, dass bei-
spielsweise ein Zusammenhang zwischen Fettkonsum und Bluthochdruck, Schlaganfall und anderen Wohlstandserkrankungen gar nicht nachgewie-
sen werden konnte.
Vor allem fordert er aber mehr Toleranz gegenüber den Dicken. Unsere heutige Gesellschaft lege nach ganz anderen Maßstäben fest,  wer als normalgewichtig gelte als frühere Generationen, was man auch leicht an Fotos usw. belegen kann.
Es trifft zwar offensichtlich zu, dass gerade die in der Regel im Vergleich zu den Protestanten etwas lebensfroheren Katholiken leichter eine Tendenz zum Dicksein entwickeln, aber genauso gut kann man auch den Nachweis führen, dass Heiraten zumindest bei Männern dick macht. Ledige Männer sind angeblich zu 43 % übergewichtig, verheiratete zu  69 Prozent. Typische Dickmacher sind auch stundenlanges Fernsehen und mangelnde Bewegung, was gerade die junge Generation betrifft.
Was die Dünnen im Lande am meisten empört, ist die Tatsache, dass viele Dicke sich mit ihrem eingependelten „Kampfgewicht“ pudelwohl fühlen. Da quälen sich viele Dürre mit jahrelangem Kampf gegen den inneren Schweinehund mit Diäten und systematischem Training z.B. in der „Mucki-Bude“ ab, und dann sehen sie auf dem Weg nach Hause so einen netten, dicken katholischen Ignoranten ein supergroßes Eis schlecken. Unerhört ist das, sich heutzutage so gehen zu lassen, während man sich selbst so brutal abquält!
Das Thema „schlank sein“ ist besonders nach Überzeugung „gewichtiger“ Persönlichkeiten ohnehin nur ein raffiniertes, sicheres Geschäftsmodell
vor allem mit jahrelang garantierten saftigen Gewinnen, aber kläglichen Erfolgen. Auf der Strecke bleibt oft genug ein gutes Stück Lebensqualität, wenn man glaubt, man müsse dürr wie so ein hungriges Laufsteg-Püpp-
chen sein.
Die Katholiken haben es eigentlich schon immer gewusst: Ob dick oder dünn, das ist reichlich belanglos. Beides ist auch bei den Heiligen gut vertreten. Thomas von Aquin beispielsweise war solch ein Schwerge-
wicht, und das ist nicht nur theologisch gemeint. Wenn er deswegen mal bespöttelt wurde, gab er übrigens eine eher etwas unqualifizierte Antwort: „Dicke Männer sind intelligenter als dünne.“ – Es gehört sich nicht, würde ich einem solchem Giganten  der Theologie widersprechen wollen…
"Macht Glaube gesund?" (pdf) ---> KLICKEN !

Heiraten macht dick... ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Ich erlebe fromme Leute als durchweg ausgeglichener,
    wobei auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!
    Katholiken sind anders als die strengen Protestanten auch
    Genussmenschen, so wie Jesus ja auch nicht nein gesagt hat,
    wenn er zu einem Fest eingeladen wurde.

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  2. Gut Essen und gut Trinken hält halt Bauch und Rücken auseinander.

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  3. Es gibt ja den guten alten Spruch, der ökumenisch mehr Wahrheit hat als viele ökumenische Gutmenschensprüche: "Der Protestant lebt, um zu arbeiten. Der klatholik arbeitet, um zu leben."

    Das stimmt im Großen und Ganzen. Und dürfte dazu führen, dass unsereiner die Wohlgenährteren sind. Es stimmt auch in der EU. Die protestantischen Länder stehen zwar rein wirtschaftlich viel besser da, weil die halt fleissiger sind. Aber die glücklichen Menschen leben da, wo es richtig schön ist, im katholischen Süden Europas.

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    1. Diese Beschreibung gefällt mir gut. In Abwandlung eines bekannten Spruchs eines früheren Berliner Bürgermeisters über seine Stadt kann man mit Fug und Recht sagen: Der durchschnittliche Katholik ist arm, aber sexy!

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