Sonntag, 1. April 2018

Mal wieder viel Politik? - Worin unterschieden sich bischöfliche Osterpredigten von deren Weihnachtspredigten?

Mal abgesehen vom Datums-Unterschied: Worin unterscheiden sich heutzutage die Osterpredig-
ten vieler Bischöfe von deren Weihnachtspredigten?
Ich habe leider keine Zeit, da wir das Haus voll liebem Be-
such haben, aber ein Leser behauptet in seiner öster-
lichen Gruß-E-Mail, beim groben Überfliegen sei das aus seiner Sicht bei den Bischöfen thematisch an Weihnachten und Ostern so ziemlich dasselbe gewesen, von den typisch weihnachtlichen bzw. typisch öster-
lichen theologischen Einschüben bei den Predigten mal abgesehen.

Ist das berechtigt, zum Teil berechtigt oder gar nicht berechtigt? - Hat jemand da einen Überblick?
Man schaue z.B. ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Mir liegen die Predigten nicht im Original vor,
    um sie wirklich vergleichen zu können.
    Doch aus der Erinnerung liegt der Leser vom Gefühl her
    richtig: Heutzutage gibt es bei den Predigten ganz andere
    "TOP 10" als früher.
    Ging es früher um das Seelenheil, um das Glaubensleben,
    um die Gebote usw., so stehen heute Umwelt, Natur, Klima,
    Flüchtlinge usw. im Mittelpunkt - und natürlich nicht zu
    vergessen die Hetze gegen die AfD.

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    1. Ich denke, das ist eine subjektive Wahrnehmung.
      Predigten - und insbesondere die an hohen Festtagen,
      bei denen auch die Seltengänger uns und Gott die Ehre
      geben - waren schon immer "politisch", weil man
      Glaube und gelebtes Christentum im Alltag nicht
      trennen kann.
      Wenn es heißt "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst",
      dann ist das keine Theologen-Fachsimpelei, sondern
      ein konkreter Aufruf zu mitmenschlichem Handeln,
      wie Jesus dies auch erläutert hat.

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    2. Falsch. Auch früher ging es nicht mehr um das Seelenheil. Früher wurde halt gegen die Grünen und die SPD gehetzt, und die Bischöfe wetterten von der Kanzel: "Ein Katholik darf nur christlich wählen!" (Mir klingt noch der unvergessene Kardinal Höffner im Kölner Dom so im Ohr.)

      Aber dagegen hatten unsere Tradis halt nichts, im Gegenteil.

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    3. @Ursula
      Uns wäre viel erspart geblieben, wenn die Katholiken damals auf ihre Bischöfe gehört hätten.

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    4. Danke, Arminius, für ihr unmissverständliches Posting. Womit Sie den schlagenden Beweis erbracht haben, dass es den Tradis und Rechtskatholiken, die gerne gegen die "Politisierung" der Kirche wettern, in Wahrheit ebenso um eine politisierte Kirche geht. Der einzige Unterschied: Die Rechtskatholiken wollen eine rechtspolitisierte Kirche, die Linkskatholiken eine linkspolitisierte.

      Womit klar ist, dass beide Extreme eine breite Schnittmenge haben. Vom richtig verstandenen und gelebten Kartholizismus sind Rechts- wie Linkskatholiken Lichtjahre entfernt.

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    5. Wenn eine Kirche, die sich gegen den Massenmord an ungeborenen Kindern und gegen den Genderirrsinn einsetzt, eine "rechtspolitisierte" ist, dann kann ich damit gut leben.

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    6. Wenn eine Kirche, die sich gegen deutsche, russische und sonstige Waffenlieferungen und damit gegen den Massenmord an geborenen Kindern in Krisen- und Kriegsgebieten einsetzt, für die Rechtskatholiken eine linkspolitisierte ist, dann kann ich damit gut leben.

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  2. Es ist ein interessantes Phänomen, dass die Kirchen
    immer leerer werden - und die Praxen der Psychotherapeuten immer voller.
    Ein Stück weit liegt das auch daran, wie die Kirche sich präsentiert, eher ein Ableger der Gewerkschaften und des Naturschutzbundes als denn ein Institut gläubiger Christen. Manche Predigt könnte auch bei einem Parteitag gehalten werden, mit gewissen Abstrichen.
    Meinem Eindruck nach geht der Schuss aber nach hinten los:
    Je mehr viele Bürger und Christen mit dem hoch erhobenen
    pädagogischen und politischen Zeigefinger in eine bestimmte
    Richtung gedrückt werden sollen, desto kirchenferner werden
    sie.

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  3. Man lese auch

    http://www.zeit.de/2018/04/predigten-politik-rede-mut/komplettansicht

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  4. Reinhold Hummrich1. April 2018 um 16:13

    Bedford-Strohm: "Wenn Jesus wirklich lebt und heute in uns wirkt, dann ist der Weg aus dem Dunkel der Ausgrenzung tatsächlich gewiesen. Denn die Liebe Jesu Christi, das radikalste Gegenprogramm zur Ausgrenzung, das man sich vorstellen kann, hat am Ende gesiegt"
    "Jeder Mensch müsse spüren und erfahren, dass er Teil dieser Gesellschaft sei, "dass er gewollt ist, dass er gebraucht wird, dass er einfach sein darf, dass er eine Würde hat", sagte der Ratsvorsitzende im Berliner Dom."
    https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/bedford-strohm-ostern-ist-zeichen-der-hoffnung

    Was der Bischof vergaß zu erwähnen:
    Auf alle, die mit der AfD sympathisieren, aus welchen
    Gründen auch immer, dürfen wir Bischöfe mit der geistigen
    Keule draufhauen und allen ohne Rücksicht auf die Person
    und die Beweggründe unterstellen, das seien keine Christen.

    Viele Kirchenführer sind längst Blinde, die Blinde führen.
    Ich habe für mich die Konsequenzen daraus gezogen.

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    1. Ja, die meisten AfD-Mitglieder oder Wähler, die ich kenne, sind längst aus den Kirchen ausgetreten.

      Was auch richtig und konsequent ist.

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  5. Nichts gegen politische Predigten,
    wenn's nur nicht so ein entsetzlicher Einheitsbrei
    der Themen wäre.
    Wo bleibt z.B. das Thema Generationengerechtigkeit,
    das Thema Abtreibung, das Thema Behinderte, das Thema
    Alte usw.
    Unsere Bischöfe haben nur Flüchtlinge, Klima und
    Hartz IV im Kopf.

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