Donnerstag, 20. Februar 2014

Die Heilige Messe sollte nach Wunsch vieler Besucher kürzer sein und kürzer und kürzer...

Der Predigt…
Wie schön, dass es den Menschen gibt,
und zwar in lustig, quirlig, in verliebt,
es gibt ihn auch in groß und klein,
auch dick und dünn, so muss es sein.
Es gibt ihn auch in leicht und schwer,
als Mann und Frau auch, bitte sehr!
Auch traurig gibt es ihn und sauer,
als Mieter und als Häuslebauer,
als Geizhals, aber auch spendabel,
nach Art des Kain, nach Art des Abel,
kurzum: ihn gibt es fast von jeder Sorte,
und das weltweit an jedem Orte.
Und manchmal hab ich mir gedacht:
Wie oft hat Gott dabei gelacht,
als er uns Menschen hat gemacht?
In Mutter Kirche ist’s auch so:
Der liebe Gott hat einen Zoo!


Der Pfarrer kann von solchen Dingen
ganz gewiss ein Liedlein singen.
Braucht die Messe eine Stunde,
so hört man schnell in mancher Runde:
Der Pfarrer nimmt sich sehr viel Zeit,
der ist ja wohl nicht recht gescheit!
Doch spart er zehn Minuten ein,
dann wird es auch nicht richtig sein.
Warum hetzt denn dieser Mann nur so,
da wird keiner mehr des Glaubens froh!
Der Sonntag ist Geschenk an Zeit,
ist Vorgeschmack auf Ewigkeit!
Wenn wir dabei Minuten sparen,
wie soll dann Gott mit uns verfahren?
Der Predigt Thema ist zu schwierig,
so meckern manche gerne gierig.
Die Messer sind gar schnell gewetzt,
doch wer daheim sich hingesetzt
und hat die Bibel schon studiert,
der hätt’ sich selbst nicht so blamiert.
Also nicht nur konsumieren,
sondern selber informieren!

Auch hört man deutlich dann und wann,
des Pfarrers Predigt sei zu lang.
Was habt ihr’s bloß so eilig, Leute?
Schlägt euer letztes Stündlein heute?
Also bitte deshalb nicht empören,
Gottes Wort durchaus noch hören;
es macht der Suppe gar nichts aus,
kommt ihr was später heut nach Haus.
Doch wenn der heut’gen Predigt Würze
liegt ganz besonders in der Kürze,
so heißt‘s, der Pfarrer sei nur faul
und red’ den Leuten nach dem Maul.
Er sollte uns gut unterrichten.
Doch tut er das? Oh nein, mitnichten!
Für die paar Worte, die paar Fetzen
lohnt es ja kaum, sich hinzusetzen.
Hat er es selber nicht kapiert,
die Bibel nicht genug studiert?
Ihr lieben Leut’, das ist wohl klar,
egal, wie seine Predigt war,
 es ist dem Pfarrer kein Genuss,
was er sich dazu anhör’n muss.
Auch diese Predigt, ach, ihr Frommen,
wird nun an ihr Ende kommen.
Was ich auch noch sagen will…
Ach was, ich bin jetzt einfach still!


(Text: www.kreuzknappe.blogspot.de )

Kommentare:

  1. Tja…

    „Lange Zeit“ und „kurze Zeit“ sind nicht recht in Minuten und Stunden zu bemessen. Das wußte schon Augustinus. Ja, es ist – so schreibt Augustinus zu Beginn des 11. Buches der Confessiones – sogar überhaupt schwierig zu erklären, was Zeit ist: „Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich’s, will ich’s aber einem Fragenden erklären, weiß ich’s nicht.“
    Aber ich schweife ab…

    Mir fällt in Bezug auf die Länge der Messe folgendes auf:
    Gehe ich in eine Messe in der (unordentlich gefeierten) ordenlichen Form, so schaue ich nach 30 oder 40 Minuten auf die Uhr und denke: „Nun komm in de Pötte und werde fertig.“ Dann dauert die Messe vielleicht 55 oder vielleicht auch 65 Minuten und ich bin froh, daß sie aus ist und recht verärgert über die unnütze Länge.

    Gehe ich in eine (ordentlich gefeierte) Messe der außerordenlichen Form, so schaue ich während der Messe gar nicht auf die Uhr und am Ende wundere ich mich, daß sie 75 oder 80 Minuten gedauert hat. Die Zeit verging wie im Flug.

    Kurze Zeit — Lange Zeit — Wer will sie bemessen?

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  2. Es gibt keine kurzen und keine langen Predigten, sondern nur kurzweilige und langweilige. Das ist der Punkt, der uns einen Gottesdienst gefühlt lang oder kurz erscheinen lässt. Das Traurige ist, dass unsere Priester in der Breite theologisch so schwach auf der Brust sind (rühmliche Ausnahmen bestätigen die Regel), dass ihre Predigten auch danach sind... Die meisten machen sie wohl eh nicht selber, sondern ziehen sich eine Predigt aus dem Netz runter. An dieser Stelle sind uns die Evangelen sehr über. Leider...

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